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Preis für Biotophege in Wilgersdorf
 Die Kreisjägerschaft Siegerland-Wittgenstein hatte das Jagdhornbläsercorps Wilgersdorf bzw. die von diesem seit über 15 Jahren in einem Wacholdergebiet durchgeführten Pflegemaßnahmen für den diesjährigen Biotophegepreis des LJV vorgeschlagen. Der Landesjagdverband folgte diesem Vorschlag und zeichnete die Bläsergruppe mit dem Preis aus, den der Vorsitzende Jochen Borchert (links im Bild) beim Landesjägertag in Warburg an Heinz-Hartmut Müller (rechts) von der KJS Siegerland-Wittgenstein übergab.
Das Wacholdergebiet "Alte Braas" in Wilgersdorf (Gemeinde Wilnsdorf) ist einer von ganz wenigen noch im Kreis Siegen-Wittgenstein vorhandenen zusammenhängenden Wacholderbeständen. Die als geschützter Landschaftsbestandteil ausgewiesene Fläche drohte unter dem Astwerk von Birken, Eichen und Fichten sowie dem dornigen Griff von Himbeer- und Brombeersträuchern zu ersticken. Früher wurde das Vieh des Dorfes vom örtlichen Hirten auf dem Weg zu den Weideflächen regelmäßig durch das Wacholdergebiet getrieben. Hierdurch wurden den Wacholder bedrängende Triebe und Pflanzen verbissen bzw. gefressen und die Wacholderbeeren wurden von den scharfkantigen Klauen des Viehs beschädigt und in die Erde gedrückt.
Mittlerweile wurden über 1.000 Arbeitsstunden von den Mitgliedern des Jagdhornbläsercorps Wilgersdorf in Pflegemaßnahmen für das Wacholdergebiet investiert. Vor allem in den ersten Jahren wurden in den Wintermonaten größere Bäume und Gehölze, die den Wacholder stark beschattet haben, beseitigt. Während der gesamten 15 Jahre wurden die über 200 Jahre alten Wacholderpflanzen von sie im Wachstum behindernden Brombeer- und Himbeerranken befreit, es wurde störender Bewuchs (Birken- und Faulbaumanflug, Ginster, Waldbeeren) zurück geschnitten bzw. entnommen, und die durch Stürme geschädigten Wacholdersträucher wurden gestützt.
Seit einigen Jahren werden die Bemühungen des Jagdhornbläsercorps Wilgersdorf in den Sommermonaten durch vierbeinige Helfer (Ziegen, Schafe, Rinder) unterstützt.
Im Herbst 1995 hat das Jagdhornbläsercorps Wilgersdorf mit der Gemeinde Wilnsdorf als Grundstückseigentümerin der Flächen einen Vertrag über die Pflege des ca. 1,5 ha großen Areals abgeschlossen. Zu betonen ist, dass die Jagdhornbläser keinerlei Geldleistung aus diesem Vertrag von der Gemeinde erhalten, es erfolgt lediglich eine Unterstützung durch die Zurverfügungstellung von Geräten/Maschinen bzw. bei der Abfuhr des entnommenen Bewuchses.
Bei dieser vom Jagdhornbläsercorps Wilgersdorf durchgeführten Pflegemaßnahme handelt es sich um eine Maßnahme, die nicht in erster Linie dem Wild und somit der Jagd zugute kommt, sondern um eine landschaftspflegerische Maßnahme zum Erhalt bedrohter Wacholderbestände.
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